Fabricant de Kayak et Canoe portable

Der Erfinder Jean Chauveau...

Der Erfinder Jean Chauveau...

Bis zur Namensgebung Nautiraid trugen alle unsere Faltkajaks den Namen ihres Erfinders: Jean Chauveau.

 

Mit seiner Arbeit begann er im Jahre 1936, als der Kanurennsport erstmals als Wettkampfdisziplin bei den Olympischen Spielen in Berlin eingeführt wurde. Der junge Pariser liebte das Leben im Freien und widmete sich zunächst dem Bau eines Kajaks für den Eigenbedarf. Als Stadtbewohner war das Faltkajak für ihn eine Selbstverständlichkeit und eine Notwendigkeit, um es von Paris zu den wilden Flussläufen Frankreichs zu transportieren, die er schon bald alle befahren hatte.

 

Jean Chaveau war ein begeisterter Sportler, und in seinen jungen Jahren drehte sich für ihn alles ums Kajak. Während der Mobilmachung befand er sich auf einem Fluss und konnte sein Bataillon nur mit Mühe rechtzeitig erreichen! Seine Fahrten führte er sogar während der Pariser Besatzung fort und baute weiterhin Kajaks für den Eigenbedarf. Es wird erzählt, dass er zu Zeiten, als es keinen Kraftstoff mehr gab, seine Faltboote mit dem Fahrrad hinter sich herzog. Später begann er, seine Kajaks in einer an das elterliche Kalksteinhaus angrenzenden Werkstatt in 2 ter Avenue de Longchamp in Saint-Cloud zu bauen. Dort blieb er bis in die 80er Jahre...

 

Seit der Nachkriegszeit umfasst das Chauveau-Sortiment drei Boote: zwei Einer-Kajaks, dem „GT“ Grand Tourisme für Gewässer bis Klasse III und dem „ST“ Slalom Tourisme, das schon bald durch das eskimorollentaugliche, für Wildwasserrennen entwickelte „STHR“ Haute Rivière ersetzt wurde. Die letzten Exemplare dieses Kajaks wurden 1980 verkauft. Doch erst das Zweier-Kajak „Duo“ verhalf dem Pariser Kajakbauer zu öffentlicher Bekanntheit. 

Die großen Expeditionen!

Die großen Expeditionen!

Im Herbst 1950 verluden Jean Laporte, André Davy und der Amerikaner John Goddard ihr Material an Bord eines Frachtschiffs der Messageries Maritimes mit Kurs auf Ostafrika.

 

Ihr Ziel war es, den gesamten Nil flussabwärts zu befahren, von den Kasumo-Quellen bis zum Mittelmeer - also insgesamt 6.700 km! Für diese Fahrt wählten sie drei Chauveau von 5 m Länge, die sie als Einer benutzen wollten. Das Abenteuer schlug damals hohe Wellen, denn die Befahrung des längsten Flusses der Welt war alles andere als eine erholsame Spazierfahrt: Stromschnellen und gefährliche Fauna (Flusspferde, Krokodile) im oberen Flusslauf sowie feindselige Einwohner in Ägypten. Zunächst hielt man sie für britische Spione, dann für israelische Fallschirmjäger, sie wurden mit Gewehren beschossen und mit Steinen beworfen, bis sie schließlich in Rosette ankamen.

 

„Am nächsten Tag machten wir uns an den Abbau unserer guten alten Kajaks“, schreibt André Davy abschließend in seinem Reisebericht. „Sie sind abgenutzt, abgeschürft, verblichen und von der Sonne völlig ausgelaugt, aber sie haben die Reise mit einer bemerkenswerten Beständigkeit überstanden. Das ist ihrem Bootsbauern, unserem Freund Jean Chauveau, hoch anzurechnen.“

 

Das Kajak von Jean Laporte ist noch heute im Marinemuseum ausgestellt.

Das Besondere bei Chauveau:

Das Besondere bei Chauveau:

Nach und nach hat sich Chauveau einen Namen unter den Kajakherstellern gemacht. Im Gegensatz zu anderen bekannten französischen Marken wie Hart Sioux oder Lapon setzt er bei der Produktion eher auf Qualität als auf Quantität, und die hochwertige Verarbeitung seiner Kajaks wird von den Spezialisten gelobt. Seine Eschenbaumstäbe mit quadratischem anstatt rundem Querschnitt und seine geklebten Süllränder (eine Technik, die er sich bei den damaligen Tennisschlägern abgeschaut hat, und die noch heute angewandt wird) waren damals eine Marktneuheit und bieten eine weit höhere Formstabilität als die flachen Gerüststäbe der Konkurrenz. Sein Vorarbeiter Henri Ragot, der seit 1955 mit ihm zusammenarbeitete, erinnert sich: „Unsere Kundschaft bestand anfänglich aus leidenschaftlichen Sportlern, die sich zum Ziel gesetzt hatten, sich den Herausforderungen der Flüsse zu stellen. Unsere Boote wurden für sie entwickelt. Jean Chauveau arbeitete in der Woche in der Werkstatt, und am Wochenende fuhr er mit seinen Kunden, mit denen er häufig Freundschaften geschlossen hatte, zum Kajakfahren.“ Sein Citroën-Kleintransporter, den er liebevoll „Rostkutsche“ getauft hatte, wurde mit einer selbstgebauten Mahagoni-Innenverkleidung kurzerhand zu einem Campingbus umgerüstet. Mit dem Transporter fuhren die Paddler an die Haute Cure, die Vézère, den Thaurion und an die Isère... und schließlich auch zu den ersten Weltmeisterschaften im Wildwasser-Abfahrtsrennen, die 1959 in Treignac in Frankreich ausgetragen wurden. Das französische Team trat mit Chauveau-Kajaks an.

 

In den 60er Jahren kehrte Jean Chauveau seinen geliebten Flüssen den Rücken und wandt sich dem Meer zu. Seine Kajaks wurden dank der von Chauveau patentierten „Stabilairs“ unsinkbar gemacht: Es handelte sich um zwei aufblasbare Luftschläuche, die außen auf der Haut oberhalb der Wasserlinie angebracht waren. Neben der Unsinkbarkeit gewährten die Schläuche in aufgeblasenem Zustand eine bessere Spannung der Außenhaut und eine erhöhte Stabilität des Bootes.

 

In der Werkstatt von Saint-Cloud wurden bald auch Jollent und das „Stabilair-Boot“ sowie das Dinghy gefertigt, das in mehreren Größen zwischen 3 und 4 m verfügbar war. Eine Marconi-Betakelung machte das Dinghy zum Segelboot, ein 17 PS Außenbordmotor von Evinrude sogar zum Motorboot!

Zivile und militärische Seefahrt:

Zivile und militärische Seefahrt:

Mit den Marine-Kommandotruppen fand das Duo einen weiteren Abnehmer im Seekajak-Sektor.

 

Im Zweiten Weltkrieg stellten englische Kommandotruppen bei der Operation Frankton die Nützlichkeit von Kajaks im Krieg unter Beweis. Die Royal Marines wurden mit ihren Kajaks von einem U-Boot vor der Flussmündung der Gironde ausgesetzt. Von dort aus paddelten sie bis nach Bordeaux, wo es ihnen gelang, die Frachter, die den Hafen blockierten, mit Minen zu sprengen.

 

Winston Churchills Aussage zufolge soll diese Aktion den Krieg um sechs Monate verkürzt haben. Chauveau fand somit bei den Kampfschwimmern der französischen Armee und anderen Marinetruppen der Welt neue Absatzmärkte für seine Faltkajaks.

Von Chauveau zu Nautiraid

Von Chauveau zu Nautiraid

1981 trat der damals krebskranke Jean Chauveau seinen Ruhestand an, und sein Unternehmen wurde von Philippe Guyot aufgekauft. Chauveau erlag kurze Zeit später seiner Krankheit. Es war eine Zeit des großen Wandels, die Werft zog von Saint-Cloud nach Vaiges in der Nähe von Laval.

 

In den 1980er Jahren wurde Philippe Guyot die Notwendigkeit bewusst, das seit den ersten Faltkajaks der 1930er Jahre fast unverändert gebliebene Modell weiterzuentwickeln. In dieser Zeit erschienen innovative Materialien: Einseitig beschichtetes Polyurethan wurde eingeführt, gefolgt von PVC und Hypalon. Auch die Decks wurden nun aus modernen Stoffen zugeschnitten. Bislang waren sie aus Baumwolle gefertigt und hatten den grundlegenden Nachteil, dass die durchnässten Außenhäute vor dem Zusammenlegen lange Zeit getrocknet werden mussten. In den 90er Jahren wurden die Bronze- und Messingbeschläge durch Edelstahl ersetzt.

 

Das neu erschienene Kajaksortiment mit einem Gerüst aus Aluminiumrohren verschaffte Nautiraid den Zugang zum deutschen Markt. Die Serie Raid I und das Greenlander waren hauptsächlich auf das Einer-Kajakwandern in Küstenbereichen und die Befahrung breiter Flussläufe ausgerichtet. Das Grand Raid II, verfügbar in Größen zwischen 4,55 m und 5,40 m, ersetzten das Duo von Chauveau. Trotz ihres traditionellen Konzepts konnten sich die Nautiraid Faltkajaks als ideale Kajaks für Polarexpeditionen behaupten, angefangen bei der Nordgrönlandexpedition von Jacques Dalet im Jahr 1976 bis hin zu den gegenwärtigen „Polar Lys“-Expeditionen von Pierre und Frédéric Vernay. Die Vorteile der Nautiraid sind ihre hohe Ladekapazität, die Möglichkeit, sie vor Ort reparieren zu können, die hohe Abriebfestigkeit des Hypalons im Eismeer und vor allem die Tatsache, dass sie in den Gepäckraum eines Flugzeugs passen.

Nautiraid heute...

Nautiraid heute...

Véronique und Eric Flambard haben das Unternehmen 2006 übernommen. Heute verlassen jedes Jahr über 300 Boote die Werft, das Sortiment wurde erweitert.

 

Zu den bereits bestehenden Modellen haben sich zwei Faltkanus und das Narak hinzugesellt. Das Narak ist ein Seekajak mit Knickspant, dessen Rumpfform von den Kajaks der Inuit der Ostküste Grönlands inspiriert ist. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger will Eric Flambard die Tradition wieder aufleben lassen: „Viele der Chauveau-Kajaks unserer Großväter liegen noch auf den Dachböden. Sie weiterhin benutzen zu dürfen, ist ein Gedanke, der uns sehr am Herzen liegt. Unsere Schreiner können gebrochene Stäbe oder Spanten erneuern. Oft leiden jedoch die Häute der alten Kajaks mit Baumwolldecks am meisten unter der langen Lagerung, was die Leute zu der Ansicht verleitet, eine Restaurierung sei unmöglich. Man kann aber selbst für Boote aus den 1950er Jahren neue Häute zuschneiden.
Der militärische Geschäftsbereich entwickelt sich ständig weiter und macht heute 40 % der Werftstätigkeit aus.

Le legs de Jean Chauveau est toujours là...

Héritage